ISRAEL- und Bibel-PERSONEN-VERZEICHNIS

In diesem Abschnitt finden Sie Informationen zu biblischen Figuren sowie zu berühmten jüdischen Bibel-Kommentatoren.

Abarbanel, Don Jizchak ben Jehuda, Rabbiner (1437 -1508). Rabbiner, Staatsmann, Denker und bedeutender Kommentator der Bibel, der Pessach-Hagadda (Geschichte des Auszugs aus Ägypten), des Mischna-Traktats ‚Pirkei Awot‘ sowie des philosophischen Werks des Rambam (Maimonides) ‚More Newochim‘ (Lehrer der Unschlüssigen). Abarbanel wurde in Lissabon, Portugal geboren. In jungem Alter ist er bereits Finanzminister Portugals geworden. Im Jahre 1481 musste er als Jude bei Verlust seines Besitzes nach Spanien fliehen. Er wurde Finanzminister am vereinten Hofe von Castilien und Aragonien unter Isabella und Ferdinand. 1492 wurde mit den Juden spaniens trotz grosser Lösegeldangebote aus dem Land, wiederum enteignet, vertrieben. Er kam zuerst nach Neapel in Italien und schliesslich nach Venedig. Begraben wurde Abarbanel in Padowa. Allerdings wurde der dortige Friedhof bei einem Krieg kurze Zeit nach seiner Beerdigung vollständig zerstört, sodass sein Grab unauffinbar geblieben ist. Seine Kommentare kennzeichnen sich durch zwei Hauptmerkmale: Eine ausführliche Einleitung und eine Vielzahl von ihm gestellter Fragen, die er anschliessend beatwortet. Abarbanel nimmt in seinem Kommentar regelmäßig zu den Erklärungen der großen Gelehrten wie z.B. Raschi, Rambam (Maimonides), Ramban (Nachmanides) und Iben Ezra (Awraham ben Ezra) Stellung. Dabei zollt er Ihnen höchsten Respekt, obgleich er ihnen in der Sache nicht selten widerspricht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pessach

Rambam (Maimonides), Mosche ben Maimon, Rabbiner (1135 – 13.12.1204).

Der in Marokko geborene Rabbiner ist in frühem Alter nach Ägypten ausgewandert, wo er sowohl Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Ägyptens als auch Hofarzt beim König geworden war. Rambam war auch ein bedeutender Astronom und Philosoph und gilt als einer der größten jüdischen Gelehrten überhaupt. Der Rambam gilt als einer der bedeutendsten Bibel- und Mischna-Kommentatoren, als auch als ein Philosoph von Weltruhm. Zu seinen Hauptwerken gehören u. a. sein Thora- und Bibelkommentar, sein Kommentar der Mischna, das Buch Mischne Thora (14 Bänder halachischer Vorschriften), seine philosophischen Werke, im Besonderen Moreh Newuchim (Lehrer der Verworrenen). Letzteres ist das Hauptwerk jüdischer Glaubensphilosophie bis heute. Die vom Rambam formulierten 13 Glaubenssätze des Judentums gehören zum täglichen Gebet eines Juden. Ferner gelten seine Briefe an Jemen, die er 1172 an die Juden Jemens gerichtet hat, als eine besondere Kollektion Trost und Hoffnung gebender Texte. Damals stand die jüdische Gemeinde Jemens unter fürchterlicher Verfolgung und bangte um ihr Überleben. Mit seinen Schriften wurde Rambam zum exponierten Verfechter der Verneinung jeglicher ‚Verdinglichung‘ des G’ttesbegriffes. Er verneinte vehement die Zuordnung jeglicher Eigenschaftsbeschreibungen  G’ttes. Seine berühmten 13 Ikarim (Grundprinzipien bzw. Glaubenssätze) stellen für viele die Essenz jüdischen Glaubens bis heute dar. Er war entschiedener Gegner des Determinismus und war vom Konzept des ‚Freien Willens‘ fest überzeugt. Seine überragende Autorität als Gelehrter und religiöser Richter kommt im Volksmund mit dem Spruch zum Ausdruck: ‚Seit Mose bis Mose ist keiner wie Mose gewesen‘. Er sei also nur mit Mose vergleichbar.  Als Arzt hat Rambam eine Vielzahl medizinischer Schriften verfasst, in denen er u.a. die Bedeutung psychosomatischer medizinischer  Zusammenhänge und eine holistische Konzeption vertreten hat.

Raschi, Schlomo Jizchaki, Rabbiner (1040 – 5.8.1105)